In diesem Text geht es um ein Gesetz der EU. Es heißt „Chat Control“. Mehr als 700 Forscherinnen und Forscher aus aller Welt haben davor gewarnt. Sie sagen: Dieses Gesetz ist gefährlich.
Was ist Client-Side-Scanning?
Das bedeutet: Auf deinem Handy oder Laptop werden alle deine Nachrichten überprüft, bevor du sie verschickst. Dabei ist egal, ob es Text, Bilder, Sprache oder Links sind. Die Geräte sollen nach Inhalten suchen, die mit sexuellem Missbrauch von Kindern zu tun haben. Wenn so etwas gefunden wird, müssen die Firmen das an die Polizei melden.
Wenn du zum Beispiel WhatsApp oder Signal benutzt, werden deine Nachrichten eigentlich verschlüsselt. Das heißt: Nur du und der Empfänger können sie lesen. Mit Client-Side-Scanning werden sie aber schon auf deinem Handy kontrolliert, bevor die Verschlüsselung greift. Damit wird das Prinzip der Verschlüsselung gebrochen.
Wie funktioniert die Suche nach Missbrauchsmaterial (CSAM)?
Es gibt drei Arten:
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Exakte Kopien:
Bekannte Bilder oder Links von Missbrauchsmaterial werden durch sogenannte Hashwerte erkannt. Das sind digitale Fingerabdrücke. Aber: Schon kleine Änderungen am Bild (drehen, schneiden, komprimieren) machen den Fingerabdruck unbrauchbar. So können Täter leicht durchkommen. -
Veränderte Kopien:
Dafür gibt es „perceptual hashing“. Damit sollen auch leicht veränderte Bilder erkannt werden. Aber diese Technik macht viele Fehler. Unschuldige Bilder können als Missbrauch markiert werden. Forscher haben gezeigt, dass man die Technik leicht austricksen kann. Außerdem können falsche Treffer die Polizei mit Millionen falschen Bildern überfluten. -
Unbekannte Inhalte:
Hier sollen Algorithmen (künstliche Intelligenz) Missbrauchsmuster erkennen. Sie werden mit echtem Missbrauchsmaterial trainiert. Aber: Die Technik irrt sich oft. Zum Beispiel kann sie nicht sicher unterscheiden, ob ein Bild harmlos ist (Kinder am Pool, Sexting unter Jugendlichen, medizinische Fotos) oder strafbar. Auch hier können Täter die Technik leicht austricksen.
Warum ist das anders als ein Virenscanner?
Ein Virenscanner sucht nach Schadprogrammen und warnt dich. Du entscheidest, was passiert. Das ist freiwillig. Client-Side-Scanning ist anders: Es ist Pflicht und meldet direkt an die Polizei. Du hast keine Kontrolle. Deshalb ist es viel gefährlicher.
Was bedeutet das für deine Verschlüsselung?
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung soll sicherstellen, dass nur Sender und Empfänger eine Nachricht lesen können. Mit Client-Side-Scanning liest aber ein Dritter (die Polizei) mit. Damit ist die Verschlüsselung nutzlos.
Kann man Client-Side-Scanning nur für Missbrauch nutzen?
Nein. Technisch ist das nicht möglich. Man könnte auch nach anderen Dingen suchen: Terror, Regierungskritik oder Proteste. Alles hängt nur von der Liste ab, die die Behörden einspielen. Diese Liste kann jederzeit geändert werden, sogar heimlich. Damit wäre jede private Kommunikation unter Kontrolle.
 Zusammengefasst:
Client-Side-Scanning klingt nach Kinderschutz, zerstört aber die Privatsphäre aller. Verschlüsselung wird ausgehebelt. Jeder Chat kann kontrolliert werden. Es öffnet die Tür für Zensur und Missbrauch durch Regierungen oder Kriminelle.
Dieser Text wurde von mir in die Deutsche Sprache und dann in „Einfache Sprache“ übersetzt, damit wirklich jeder verstehen kann, worum es geht. Nutzt diesen Text und verschickt ihn an jeden, der euch erzählen möchte, dass die Chatkontrolle ungefährlich ist. Das Original findet ihr hier: Â
