Früher war die SPD eine Partei, die für soziale Gerechtigkeit gekämpft hat. Für faire Löhne, bezahlbare Wohnungen, starke Rechte für Arbeitnehmer. Heute ist davon kaum noch etwas übrig. Wer sich die SPD heute anschaut, sieht eine Partei ohne Richtung. Eine Partei ohne Herz. Eine Partei, die keine Hoffnung mehr macht.
Im Podcast „Wochendämmerung“ vom 12. Juli 2025 wurde das ganz deutlich. Es wurde schonungslos erklärt, wie tief die SPD gesunken ist. Und was das für uns alle bedeutet.
Im Bundestag ging es eigentlich darum, neue Richter*innen für das Bundesverfassungsgericht zu wählen. Eine davon sollte Frauke Brosius-Gersdorf sein. Eine starke Frau mit klarer Haltung. Sie ist für moderne Gesetze, für Frauenrechte und gegen die AfD. Und das reichte, damit CDU und AfD sie gemeinsam verhindern wollten. Das ist schlimm genug. Noch schlimmer ist: Die SPD hat dabei still mitgemacht.
Die SPD hätte sagen müssen: „So nicht!“ Sie hätte sagen müssen: „Wir lassen uns nicht von Faschisten und konservativen Hardlinern treiben!“ Aber sie hat geschwiegen. Wieder einmal. Wie ein kleiner Hund, der sich brav hinsetzt, wenn die Union pfeift.
Das ist nicht neu. Die SPD macht das schon lange. Immer wenn die CDU nach rechts rückt, geht die SPD einfach mit. Und behauptet dann, das sei ein Kompromiss. Dabei ist es in Wahrheit nur ein ständiger Rechtsruck. Das hat auch die Kolumnistin Simone de De Aguili sehr gut erklärt: Wenn es Kompromisse gibt, dann gehen sie immer nur nach rechts. Nie zur Mitte. Und schon gar nicht nach links.
Dabei zeigen neue Studien etwas ganz anderes. Eine große Untersuchung aus mehreren Ländern hat gezeigt: Wenn sozialdemokratische Parteien sich nach rechts anpassen, dann verlieren sie. Wenn sie progressive, also moderne und gerechte Politik machen, dann gewinnen sie Wähler. Besonders bei jungen Menschen, bei gut gebildeten Menschen, bei Menschen mit Hoffnung.
Aber die SPD hört nicht zu. Sie glaubt immer noch, dass sie irgendwie „die Arbeiterklasse“ abholen muss, indem sie unmoderne und rückwärtsgewandte Politik macht. Aber die Leute, die sie damit ansprechen will, wählen längst die AfD. Und die Menschen, die eigentlich auf eine moderne SPD hoffen, wenden sich enttäuscht ab.
Das Problem liegt tief. Es geht nicht nur um schlechte Entscheidungen. Es geht darum, was aus dieser Partei geworden ist. Eine kluge Autorin hat es so beschrieben: Die Führung der SPD benutzt die Partei nur noch, um an Macht zu kommen. Es geht nicht mehr um Gerechtigkeit. Es geht darum, einen Job in einem Ministerium, in einem Konzern oder bei einem Lobbyverband zu bekommen.
Die SPD ist heute eine Hülle. Sie benutzt noch Worte wie „sozial“ oder „Gerechtigkeit“, aber es ist nur noch leere Rhetorik. Also leeres Gerede, ohne dass etwas dahintersteckt.
Und weil die Leute das merken, wählen sie die SPD immer seltener. Die Partei hat keine Ideen mehr. Sie hat keine Fantasie. Sie hat keinen Mut. Statt Politik zu machen, streiten sich die Leute in der Partei nur noch hinter den Kulissen. Es geht um Machtspiele, nicht um das Leben der Menschen.
Besonders traurig ist, dass viele in der SPD noch so tun, als seien sie der letzte Schutz vor der AfD. Aber sie machen längst Politik, die den Faschisten hilft. Sie stimmen Gesetzesverschärfungen mit der Union ab. Sie schweigen, wenn der Rechtsstaat angegriffen wird. Und sie wollen die Regierung um jeden Preis erhalten – selbst wenn dafür alle Werte über Bord geworfen werden.
Früher gab es noch Hoffnung in der SPD. Menschen wie Saskia Esken oder Kevin Kühnert wollten etwas verändern. Doch sie wurden ausgebremst, weggeschoben oder sind selbst gegangen. Der Mut wurde erstickt. Der Fortschritt wurde aufgehalten.
Wer heute noch SPD wählt, tut das oft nur aus Gewohnheit. Oder aus Angst, dass es sonst noch schlimmer wird. Aber diese Angst hilft niemandem. Die Wahrheit ist: Die SPD macht den Faschismus nicht schwächer – sie macht ihn stark, weil sie nichts mehr entgegensetzt.
Die Sozialdemokratie, wie sie einmal war, gibt es nicht mehr. Und das ist nicht nur traurig. Es ist eine Gefahr für unsere Demokratie. Denn ohne eine starke, mutige und klare linke Kraft, fällt das ganze Gleichgewicht. Und das nutzt nur den Rechten.
Es wird Zeit, dass wir das laut sagen. Und aufhören, dieser alten Partei noch länger zu vertrauen. Wer das Grundgesetz verteidigen will, muss woanders sein Kreuz machen. Die SPD hat sich selbst aufgegeben. Jetzt müssen wir sie aufgeben.
